Postkarten der Gruppe Werbung

Die Funktion von Postkarten bestand darin, für etwas zu werben und den Betrachter des Bildes für dessen Inhalt einzunehmen: für eine Ortschaft, ein Ausflugsziel, ein Bauwerk, eine Person, eine politische Ansicht, ein Produkt, ein besonderes Ereignis oder auch für eine Ausstellung von Postkarten aus dem russischen Zarenreich des 19. Jahrhunderts. Da Reklame den Zweck hat, möglichst viele Personen zu erreichen, werden große Auflagezahlen und Reichweite angestrebt. Bei der illustrierten Postkarte wurden die Voraussetzungen hierfür durch Fortschritte bei der Fotoentwicklung wie der so genannten „Kilometerphotographie“ in den 1880er Jahren geschaffen, welche die Ausarbeitung von Positivabzügen auf vollautomatischen Kopiermaschinen ermöglichte. Die Autotypie kam im selben Jahrzehnt auf, welche zusammen mit anderen Reproduktionsverfahren wie dem Lichtdruck die Wiedergabe von fotografischen Aufnahmen erlaubte.

Auf den ausgestellten Postkarten entdeckt man unter anderem Werbung für einzelne Personen (z. B. Künstler), für ein russisches Restaurant in Paris oder für Zigaretten. 

 

Nr. 81: Portrait einer Dame, Zigarettenwerbung (keine Postkarte), Fotografie s/w, Hersteller unbekannt, 1903.

Nr. 58: Frau Litkovskaja mit Schmuck, Fotografie s/w, Hersteller: Barokowski (Warschau), 1903, nicht beschrieben.

Nr. 8: Cembalist Ionesco, Werbung für Konzert im russischen Restaurant „Ermitage Russe“ in Paris (keine Postkarte), Fotografie s/w, auch Rückseite mit Portraits bedruckt, Hersteller unbekannt (Paris).

Nr. 67: Portrait einer Dame, Werbung für russisches Restaurant (keine Postkarte),  Fotografie s/w, Hersteller: Studio Bonnet (Paris).

Nr. 63: Kosakenorchester, Werbung für Restaurant „Le Prado“, Fotografie s/w, Rückseite mit Noten bedruckt, Hersteller unbekannt (Paris), nicht beschrieben.

Nr. 61: Tafelbild, Werbung für Restaurant (keine Postkarte), Fotografie s/w, Rückseite mit Straßenkarte bedruckt, Hersteller unbekannt.

 

 

 

Lars Kühl