Als ein Vielvölkerreich vereinte das Russische Zarenreich zur Regierungszeit Nikolajs II. mehr als 100 Ethnien in sich. So machten Russen an der Wende zum 20. Jahrhundert nur etwa 49% der Gesamtbevölkerung aus.

 

329

Diese Karte ist, im Verhältnis zu anderen nachkolorierten Karten, in dezenten Farbtönen gehalten. Das Bild nimmt bis auf einen schmalen weißen Streifen am unteren Kartenende die gesamte Bildfläche ein. Unten links gibt es eine Bildbeschreibung auf Russisch und auf Deutsch: „Zelte der Kalmücken“. So zeigt die Karte mehrere der runden Zelte, hinter denen sich eine freie Landschaft erstreckt. Vor den Zelten halten sich mehrere Menschen auf, in ihrer Mitte befindet sich ein Kessel. Über die gesamte Rückseite der Karte erstreckt sich das Adressfeld. Gedruckt wurde die Karte von Granberg in Stockholm. Die Karte ist unbeschrieben.

Die Kalmücken sind ein westmongolisches Volk, das bis ins 20. Jahrhundert hinein als Nomaden vorwiegend von der Viehzucht lebte. Als Viehzüchter hielten sie vor allem Rinder, aber auch Kamele, Pferde, Schafe und Ziegen.

Heute ist das Gebiet zwischen dem Nordkaukasus und der Wolgamündung noch als eigenständige Region namens Kalmückien bekannt.

 

215

Diese in kräftigen Farbtönen nachkolorierte Karte zeigt mehrere hundert Tataren, die sich sowohl sitzend als auch stehend vor einer Moschee aufhalten. Die Moschee erstreckt sich diagonal in der oberen linken Bildhälfte, oben rechts sind eine Mauer und ein großer Baum zu sehen. Die Frauen tragen Burkas und sind bis auf die Augen vollständig vermummt.

Als Tataren galten verschiedene eurasische, auf dem Gebiet Russlands lebende Turkvölker wie die Aserbaidschaner und die Kasachen. 

Die Rückseite der Karte hat ein unbeschriebenes Text- und ein Adressfeld. Auch diese Karte stammt von Granberg in Stockholm.

 

344/ 244

Diese beiden Karten haben dasselbe Motiv: einen auf einem Stuhl sitzenden Verteidiger aus Čardšui, einer Stadt im zentralasiatischen Chanat Bochara. Er trägt einen pompös genähten Mantel, in der linken Hand hält er einen Krummsäbel. Die Farbtöne der beiden Karten weichen leicht voneinander ab; so sind die Töne von Karte 344 ein wenig dunkler als die von Karte 244; außerdem ist der Teppich in anderen Tönen koloriert als auf Karte 244. Auf der Karte 344 ist die Bildbeschreibung senkrecht zum Bild angeordnet, wohingegen sie bei Karte 244 waagerecht im oberen linken Bild ansetzt. Die Rückseite von Karte 344 hat ein Text- und ein Adressfeld, ist aber unbeschrieben. Die Karten stammen beide von Granberg in Stockholm und gehören zur Reihe „Typen Transkaspiens“.

Die Rückseite von Karte 244 ist im Unterschied zu Karte 344 in Schwedisch, Russisch und Französisch beschrieben (Karte 344 und die meisten anderen Karten sind üblicherweise nur in Russisch und Französisch bedruckt). Die Karte ist über die gesamte Fläche, also über Text- und Adressfeld in französischer Sprache beschrieben.

 

294

Diese kolorierte Karte zeigt einen General aus Buchara, der in einer prächtigen Uniform aus Grün, Gelb, Orange, Rot und weißen Stickereien auf einem Stuhl sitzt und mit beiden Händen seine Waffe festhält. Hinter ihm steht ein weiterer Mann in einem blauen Mantel mit gelben Säumen.

Die unbeschriebene Rückseite verfügt über ein Text- und ein Adressfeld. Die Karte stammt von Granberg in Stockholm und gehört zur Reihe „Typen Transkaspiens“. 

 

207

Diese kolorierte Karte der Reihe „Typen Transkaspiens“ zeigt einen jüdischen Jungen in einem weinroten Hemd, einer beigefarbenen, womöglich ledernen Jacke, einem Gürtel zwischen Hemd und Jacke mit großer Silberschnalle und einem verzierten Hut.

Die Rückseite der Karte ist unbeschrieben, hat ein Text- und ein Adressfeld und stammt von Granberg in Stockholm.

 

43

Diese schwarz-weiße Karte zeigt neun weibliche Leibeigene aus dem Kreis Brest-Litovsk. Sie stehen bzw. sitzen in zwei Reihen vor einem Hintergrund aus Leinwand oder Tapete, der eine Naturszene zeigt. Die Frauen tragen Röcke, Jacken oder Mäntel und Kopftücher. Einige der Frauen blicken den Betrachter direkt an, manche an ihm vorbei.

Die Rückseite der Karte teilt sich ein Text- und ein Adressfeld. Sie wurde herausgegeben von einem Tabak- und Kurzwarengeschäft Minz im Kreis Brest-Litovsk. 

 

136

Diese Karte zeigt in schwarz-weiß den oberen Körper-Ausschnitt einer Zigeunerin, die über ihrer Wollstrickjahre verschiedene lange Ketten trägt. Die Frau hat lange geflochtene Haare; die Zöpfe hängen wie die Ketten über ihrer Brust. Sie sieht den Betrachter direkt an. Die Rückseite der Karte ist unbeschrieben und verfügt lediglich über ein Adressfeld.

 

Julia Behla