Auch Gesten dienen als Symbole der Propaganda. Die sprechende Hand etwa ist eine Darstellung, bei der eine Person direkt auf den Betrachter der Karte zu zeigen scheint und ihn zu etwas auffordert. Aber auch die Faust, die etwas zerschlägt oder in die Luft gestreckt wird, ist ein bekanntes Motiv.

 

 

Der Krieg lässt sich durch zahlreiche Gesten propagieren: Feldherren, die ihre Soldaten mutig in die Schlacht führen, glorifizierte Helden früherer Schlach-ten, aber auch Frauen und Kinder, die während der Abwesenheit der Männer die Heimat versorgen, sowie Kinder, die lachend über Landkarten gebeugt sind und so den Krieg in kindlicher Art verharmlosen.

 

Die Abbildung von Landkarten ist eine weitere Darstellungsform. Sie kann zugleich Besitzansprüche erklären und Kriegsschauplätze näher erläutern. Die zugreifende Hand eines stereotyp abgebildeten Soldaten auf ein Gebiet der abgebildeten Landkarte kann eine geplante Okkupation andeuten oder auch deren Verteidigung demonstrieren.


 

Die Vielzahl von Motiven macht deutlich, welche Möglichkeiten die Postkarte als Medium der Propaganda bietet und zeigt zugleich die Be­deutung und Vielseitigkeit der Postkarte als historische Quelle auf.

 

Katharina Krause